Im Ausland richtig versichert

Auswanderer und Auslandserwerbstätige war eine von den Versicherungen sträflich vernachlässigte Randgruppe. Wer vor 10 Jahren eine längere Auslandsreise plante und eine entsprechende Krankenversicherung abschließen wollte, hatte es schwer, die richtige zu finden.

Doch in der heutigen globalen Welt findet auch diese Zielgruppe immer häufiger Beachtung. Inzwischen gibt es immer mehr Anbieter, die hochwertige und auch weltweit gültigen Versicherungsschutz anbieten.

In hinblick der größer werdenden Bedeutung des Versicherungsschutzes im Ausland gibt es immer noch einige Versorgungslücken, die sich Auswanderer nicht im Klaren sind. So versichern die meisten Auslandsreisekrankenversicherungen nur einen Zeitraum von 6 – 8 Wochen im Jahr. Wer beruflich im Ausland tätig ist, hat sehr oft gar keinen Versicherungsschutz. Viele glauben auch, dass man innerhalb von Europa mit der europäischen Gesundheitskarte abgesichert ist. Das ist ein Irrglaube, denn nicht in allen EU-Ländern besteht freie Arztwahl und andererseits begleicht die deutsche gesetzliche Krankenkasse ausschließlich jene Leistungen, für die sie auch in Deutschland aufkommen würde.

In der Praxis bedeutet das, viele Auswanderer bleiben im Aufenthaltsland auf ihren Krankenkosten sitzen. Wer sich länger im Ausland aufhalten möchte, sollte eine hierfür spezielle private Auslandskrankenversicherung abschließen. Das Aufnahmealter ist jedoch mit 65 Jahren begrenzt.

Die Angebote für eine Auslandskrankenversicherung variieren sehr stark, ein ausführlicher Blick in die Tarifbeschreibung bzw. in das Bedingungswerk lohnt sich. Es gibt Policen, die nur Grundabsicherung anbieten und somit viele Behandlungen nicht abgedeckt sind, so wie z.B. Behandlungen in der Schwangerschaft oder auch zahnärztliche Behandlungen.

Immer wichtiger dabei wird der Patientenrechtsschutz. Ca. 15 Millionen Patienten erleiden in Europa gesundheitliche Schäden aufgrund einer falschen Behandlung. Zurückzuführen ist dies zum einen auf sprachliche Verständigungsprobleme und andererseits sind die medizinischen Standards andere als bei uns.

Erkrankungen vor Reiseantritt

Die meisten Anbieter schließen im Vorhinein bekannte Erkrankungen vom Versicherungsschutz aus. Auswanderungswilligen, welche ständig Medikamente einnehmen, sollte klar sein, dass vor Reiseantritt absehbare Folgebehandlungen und -medikamente nicht unter den Krankenversicherungsschutz fallen. Es gibt auch Versicherer, die Krankheiten und Gebrechen vom Schutz ausschließen, welche ein halbes Jahr vor Reiseantritt ärztlich behandelt wurden.